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Frage / Antwort

Jahresurlaub in Thailand: gesetzlicher Mindestanspruch 2026

Manon
Manon SOS-Expat editorial

In Thailand beträgt der gesetzliche Mindestanspruch auf Jahresurlaub 6 Arbeitstage pro Jahr, der nach 1 Jahr ununterbrochener Beschäftigung beim selben Arbeitgeber gilt. Dieses Recht ist im Labour Protection Act B.E. 2541 festgelegt und gilt für alle Arbeitnehmer, unabhängig von ihrer Nationalität.

Der rechtliche Rahmen: Was sagt das thailändische Gesetz?

Der Labour Protection Act (Gesetz zum Schutz der Arbeit, B.E. 2541 — überarbeitet in 2562/2019) ist die Referenz im Arbeitsrecht in Thailand. Bezüglich des Jahresurlaubs besagt Artikel 30:

  • Mindestens 6 Arbeitstage bezahlter Urlaub pro Jahr
  • Dieses Recht entsteht nach 1 Jahr kontinuierlicher Arbeit beim selben Arbeitgeber
  • Der Arbeitgeber kann mehr gewähren, darf jedoch nicht unter diesen gesetzlichen Mindestanspruch fallen
  • Nicht genommene Urlaubstage können, nach Vereinbarung, übertragen oder finanziell abgegolten werden

💡 Gut zu wissen

In der Praxis bieten die meisten multinationalen Unternehmen und internationale Arbeitgeber zwischen 10 und 15 Tagen Jahresurlaub an, oft sogar mehr. Der gesetzliche Mindestanspruch von 6 Tagen ist ein unteres Limit, das in den Branchen, in denen Expatriates tätig sind, selten so angewendet wird.

Jahresurlaub und Betriebszugehörigkeit: Wie entwickelt sich das?

Das thailändische Gesetz sieht einen festen Mindestanspruch von 6 Tagen vor, ohne gesetzliche Verpflichtung zur automatischen Erhöhung je nach Betriebszugehörigkeit. Dennoch:

  • Viele Unternehmen integrieren eine vertragliche Progression in ihre interne Politik (z.B.: +1 Tag pro zusätzlichem Jahr)
  • Der Arbeitsvertrag oder der geltende Tarifvertrag kann günstigere Bedingungen vorsehen
  • Individuelle Vereinbarungen, die bei der Einstellung ausgehandelt werden, haben Vorrang vor dem gesetzlichen Mindestanspruch, sofern sie mindestens gleichwertig sind

Expatriates: Die gleichen Rechte wie lokale Arbeitnehmer?

Ja. Sobald ein Expatriate legal in Thailand mit einem gültigen Arbeitsvisum arbeitet, genießt er die gleichen Schutzrechte wie jeder thailändische Arbeitnehmer. Der Labour Protection Act unterscheidet nicht nach Nationalität.

⚠️ Achtung

Wenn Ihr Vertrag ein Entsendungsvertrag ist, der in Ihrem Herkunftsland (Frankreich, Belgien, Kanada, Schweiz, Marokko, Senegal usw.) unterzeichnet wurde, können die Bedingungen Ihres Herkunftslandes vorrangig gelten. Überprüfen Sie dies mit Ihrem Arbeitgeber oder konsultieren Sie einen auf internationales Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt.

Feiertage: Nicht mit Jahresurlaub verwechseln

In Thailand sind die nationalen Feiertage (mindestens 13 pro Jahr laut Gesetz) von den Jahresurlaubstagen zu unterscheiden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, mindestens 13 Feiertage pro Jahr zu gewähren, die aus den offiziellen Feiertagen ausgewählt werden. Diese Tage zählen nicht auf das Kontingent der Jahresurlaubstage.

✅ Praktischer Tipp

Überprüfen Sie vor der Unterzeichnung Ihres Vertrags in Thailand systematisch die Klausel zu den Jahresurlaubstagen. Wenn nur der gesetzliche Mindestanspruch von 6 Tagen erwähnt wird, können Sie eine höhere Anzahl verhandeln — das ist gängig und in den lokalen Gepflogenheiten vollkommen akzeptiert. Bei Zweifeln über Ihre Rechte kann ein lokaler Partneranwalt Ihren Vertrag schnell überprüfen.

Für weitere Informationen zu Ihren Rechten als ausländischer Arbeitnehmer konsultieren Sie unseren umfassenden Leitfaden: Arbeitsrecht in Thailand 2026.

🔗 Offizielle Quellen

⚠️ Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche Beratung dar. Die Gesetze und Vorschriften variieren je nach Land und ändern sich regelmäßig. Konsultieren Sie einen qualifizierten Fachmann für Ihre spezifische Situation.

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FAQ

Hat ein Expatriate in Thailand mit weniger als einem Jahr Betriebszugehörigkeit Anspruch auf Urlaub?
Das thailändische Gesetz sieht den Anspruch auf Jahresurlaub nach 1 Jahr kontinuierlicher Arbeit vor. Unterhalb dieser Grenze ist kein Jahresurlaub gesetzlich vorgeschrieben, es sei denn, es gibt günstigere vertragliche Regelungen. Viele Arbeitgeber gewähren jedoch anteilige Urlaubstage bereits im ersten Jahr. Überprüfen Sie die Bedingungen Ihres Arbeitsvertrags.
Sind die thailändischen Feiertage in den 6 Tagen Jahresurlaub enthalten?
Nein. Die nationalen Feiertage (mindestens 13 pro Jahr) sind von den Jahresurlaubstagen zu unterscheiden. Das thailändische Gesetz sieht zwei getrennte Ansprüche vor: mindestens 6 Tage Jahresurlaub und mindestens 13 bezahlte Feiertage. Diese beiden Kategorien sind voneinander unabhängig.
Was passiert, wenn mein thailändischer Arbeitgeber mir meinen Jahresurlaub verweigert?
Die Verweigerung von gesetzlichen Jahresurlaubstagen stellt einen Verstoß gegen den Labour Protection Act dar. Sie können eine Beschwerde beim Department of Labour Protection and Welfare (DLPW) einreichen. Es wird empfohlen, eine schriftliche Aufzeichnung Ihrer Anfragen zu führen. Ein auf Arbeitsrecht spezialisierter Anwalt kann Sie bei diesem Verfahren unterstützen und Ihre Möglichkeiten einschätzen.
Mein Vertrag sieht 10 Tage Urlaub vor: Ist das in Thailand legal?
Ja, absolut. Das thailändische Gesetz legt einen Mindestanspruch von 6 Tagen fest, aber der Arbeitgeber kann mehr gewähren. Ein Vertrag, der 10, 15 oder 20 Tage Jahresurlaub vorsieht, ist vollkommen legal und in internationalen Unternehmen, die in Thailand tätig sind, üblich. Nur eine Klausel mit weniger als 6 Tagen wäre illegal und nichtig.
Können nicht genommene Jahresurlaubstage in Thailand ausgezahlt werden?
Ja. Laut dem Labour Protection Act ist es erlaubt, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich über die Übertragung oder finanzielle Abgeltung nicht genommener Urlaubstage einigen. Bei Vertragsende ist der Arbeitgeber verpflichtet, die erworbenen und nicht genommenen Urlaubstage zu bezahlen. Die genauen Modalitäten hängen vom Vertrag und der internen Unternehmenspolitik ab.

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