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Frage / Antwort

Abfindungen in Thailand 2026

Manon
Manon SOS-Expat editorial

In Thailand sind die Abfindungen (severance pay) durch das Gesetz über den Arbeitsschutz (Labour Protection Act) geregelt. Sie gelten für alle Arbeitnehmer — einschließlich Expatriates — ab 120 Tagen Betriebszugehörigkeit. Die Höhe variiert von 30 bis 400 Tagen Gehalt, abhängig von der Dauer der Beschäftigung.

Der gesetzliche Rahmen für Abfindungen in Thailand

Das thailändische Gesetz über den Arbeitsschutz (B.E. 2541 und seine Änderungen, insbesondere B.E. 2562) legt einen genauen Rahmen fest. Im Jahr 2026 gelten folgende Stufen:

  • 120 Tage bis weniger als 1 Jahr: 30 Tage Gehalt
  • 1 Jahr bis weniger als 3 Jahre: 90 Tage Gehalt
  • 3 Jahre bis weniger als 6 Jahre: 180 Tage Gehalt
  • 6 Jahre bis weniger als 10 Jahre: 240 Tage Gehalt
  • 10 Jahre bis weniger als 20 Jahre: 300 Tage Gehalt
  • 20 Jahre und mehr: 400 Tage Gehalt

Die Berechnung basiert auf dem letzten monatlichen Gehalt (oder dem Durchschnitt der letzten 90 Tage für Arbeitnehmer mit variabler Vergütung).

💡 Gut zu wissen

Seit der Änderung von 2019 (B.E. 2562) wurde die Obergrenze auf 400 Tage für Arbeitnehmer mit mehr als 20 Jahren Betriebszugehörigkeit angehoben. Diese Regelung gilt auch für Expatriates mit einem thailändischen lokalen Vertrag.

Gilt diese Regelung auch für Expatriates?

Ja, alle Arbeitnehmer, die in Thailand unter einem thailändischen Rechtvertrag arbeiten — unabhängig von ihrer Nationalität — profitieren von den Schutzbestimmungen des Gesetzes über den Arbeitsschutz. Dazu gehören:

  • Expatriates, die lokal von einem thailändischen Unternehmen eingestellt wurden
  • Abgeordnete Mitarbeiter, deren lokaler Vertrag in Thailand abgeschlossen wurde
  • Arbeiter mit aktivem Arbeitsvisum (Work Permit)

Wenn Ihr Vertrag jedoch dem Recht Ihres Herkunftslandes unterliegt (reiner Entsendungsvertrag), können die lokalen Regelungen möglicherweise nicht direkt Anwendung finden. Überprüfen Sie stets das im Vertrag angegebene anwendbare Recht.

⚠️ Achtung

Einige Arbeitgeber erstellen hybride Verträge oder verwenden mehrdeutige Klauseln über das anwendbare Recht. Bei Zweifeln sollten Sie einen lokalen Anwalt konsultieren, bevor Sie einen Vertrag unterzeichnen oder kündigen.

Wann besteht kein Anspruch auf Abfindung?

Der Arbeitgeber kann die Zahlung der Abfindungen in folgenden Fällen verweigern:

  • Schwerwiegendes Fehlverhalten des Arbeitnehmers (Betrug, Diebstahl, vorsätzliche Verletzung der Betriebsordnung)
  • Arbeitsplatzverlassung (unentschuldigtes Fehlen von mehr als 3 aufeinanderfolgenden Tagen ohne Benachrichtigung)
  • Strafrechtliche Verurteilung, die zur Kündigung des Vertrags führt
  • Freiwillige Kündigung (es sei denn, im Vertrag ist eine spezifische Regelung vorgesehen)

In diesen Fällen muss der Arbeitgeber in der Lage sein, das Fehlverhalten zu dokumentieren und nachzuweisen. Eine ungerechtfertigte Kündigung ohne triftigen Grund kann seine Haftung begründen und zu zusätzlichen Abfindungen führen.

Was tun bei Streitigkeiten über Abfindungen?

Wenn Ihr Arbeitgeber die Zahlung der gesetzlichen Abfindungen verweigert oder deren Höhe bestreitet, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Thailändisches Arbeitsministerium (Department of Labour Protection and Welfare): Einreichung einer Verwaltungsbeschwerde, kostenlos
  • Arbeitsgericht (Labour Court): Gerichtsverfahren, längere Fristen, aber verbindliche Entscheidungen
  • Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat: kann Sie an geeignete rechtliche Ressourcen für Ihre Nationalität verweisen

✅ Praktischer Rat

Bewahren Sie alle Ihre Gehaltsabrechnungen, Ihren Arbeitsvertrag, Ihre Bewertungen und jegliche Korrespondenz mit Ihrem Arbeitgeber auf. Diese Dokumente sind unerlässlich, falls es zu einem Verfahren vor dem thailändischen Arbeitsgericht kommt.

Um mehr über Ihre Rechte als ausländischer Arbeitnehmer in Thailand zu erfahren, lesen Sie unseren umfassenden Leitfaden: Arbeitsrecht in Thailand 2026.

⚠️ Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche Beratung dar. Gesetze und Vorschriften variieren je nach Land und ändern sich regelmäßig. Konsultieren Sie einen qualifizierten Fachmann für Ihre spezifische Situation.

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FAQ

Kann ein Expatriate in einem unbefristeten Arbeitsvertrag Abfindungen in Thailand verlangen?
Ja. Jeder Arbeitnehmer — Expatriate oder Thailänder — der unter einem Vertrag nach thailändischem Recht arbeitet, hat ab 120 Tagen Betriebszugehörigkeit Anspruch auf gesetzliche Abfindungen. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle. Nur das im Vertrag angegebene anwendbare Recht bestimmt Ihre Rechte: Überprüfen Sie die Klausel über das anwendbare Recht in Ihrem Arbeitsvertrag.
Sind Abfindungen in Thailand steuerpflichtig?
In Thailand kann ein Teil der Abfindungen von der Einkommenssteuer befreit sein, abhängig von bestimmten Bedingungen (Betriebszugehörigkeit, Betrag). Die steuerlichen Regelungen sind komplex und hängen auch von den Steuerabkommen zwischen Thailand und Ihrem Herkunftsland ab. Je nachdem, ob Sie unter die französische (DGFiP), belgische (SPF Finanzen), schweizerische (AFC) oder kanadische (ARC) Steuerverwaltung fallen, unterscheiden sich die Regeln zur Doppelbesteuerung. Konsultieren Sie einen lokalen Steuerexperten für Ihre Situation.
Was ist der Unterschied zwischen Abfindung und Kündigungsfrist in Thailand?
Es handelt sich um zwei unterschiedliche Ansprüche. Die Kündigungsfrist entspricht der Vergütung, die fällig ist, wenn der Arbeitgeber die gesetzliche Kündigungsfrist (mindestens 1 vollständiger Abrechnungszyklus, mindestens 30 Tage) nicht einhält. Die Abfindung (severance pay) ist eine zusätzliche Entschädigung, die je nach Betriebszugehörigkeit berechnet wird und unabhängig von der Kündigungsfrist fällig ist. Beide können kumuliert werden.
Was passiert, wenn mein Arbeitgeber vor der Zahlung meiner Abfindungen zahlungsunfähig wird?
Im Falle der Insolvenz des Arbeitgebers gelten die Arbeitnehmer (einschließlich Expatriates) als vorrangige Gläubiger für nicht gezahlte Gehälter und Abfindungen, gemäß dem thailändischen Insolvenzrecht. Es wird empfohlen, schnell eine Forderung beim Arbeitsministerium einzureichen und einen spezialisierten lokalen Anwalt zu konsultieren, um Ihre Rechte im Liquidationsverfahren zu verteidigen.
Kann ein Arbeitsvertrag Abfindungen unter dem gesetzlichen Minimum vorsehen?
Nein. Die durch das thailändische Gesetz festgelegten Abfindungen stellen einen gesetzlichen Mindestanspruch dar, von dem vertraglich nicht zum Nachteil des Arbeitnehmers abgewichen werden kann. Jede Klausel, die einen niedrigeren Betrag vorsieht, ist von Gesetzes wegen nichtig. Ihr Vertrag kann jedoch höhere Abfindungen als das gesetzliche Minimum vorsehen, was bei höheren Expatriate-Positionen häufig der Fall ist.

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