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Frage / Antwort

Arbeitgeber zahlt kein Gehalt in Thailand: Was tun?

Manon
Manon SOS-Expat editorial

In Thailand ist die Nichtzahlung von Gehalt eine Verletzung des Arbeitschutzgesetzes B.E. 2541. Sie können eine Beschwerde beim Department of Labour Protection and Welfare (DLPW) Ihrer Provinz einreichen. Das Verfahren ist kostenlos und kann innerhalb von 30 bis 60 Tagen zu einer Entscheidung führen.

Was das thailändische Gesetz zur Gehaltszahlung sagt

Das Arbeitschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber in Thailand, das Gehalt mindestens einmal im Monat zum im Arbeitsvertrag vereinbarten Termin zu zahlen. Jede Verzögerung oder Nichtzahlung kann mit einer Geldstrafe von bis zu 100.000 THB und einer Freiheitsstrafe von bis zu 6 Monaten für den schuldhaften Arbeitgeber geahndet werden.

Dieser Schutz gilt für alle Arbeitnehmer, unabhängig von ihrer Nationalität – ob Sie Franzose, Belgier, Kanadier, Senegalese, Marokkaner oder aus einem anderen Land stammen. Der Status als Expat mindert Ihre Rechte nicht.

Schritte, die Sie unternehmen sollten, wenn Ihr Gehalt nicht gezahlt wird

1. Dokumentieren Sie die Situation umgehend

  • Versammeln Sie Ihre Arbeitsverträge, Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und alle schriftlichen Kommunikationen (E-Mails, Nachrichten)
  • Notieren Sie die genauen Daten der Nichtzahlung
  • Bewahren Sie eine Kopie Ihrer Arbeitserlaubnis und Ihres Visums auf

2. Versuchen Sie eine gütliche Einigung

Bevor Sie ein formelles Verfahren einleiten, senden Sie eine schriftliche Mahnung an Ihren Arbeitgeber (per E-Mail mit Empfangsbestätigung oder Einschreiben). Geben Sie den geschuldeten Betrag, die betreffenden Daten und eine angemessene Frist zur Regulierung an (in der Regel 7 Tage).

3. Reichen Sie eine Beschwerde beim DLPW ein

Wenn der Arbeitgeber nicht reagiert, gehen Sie zum Department of Labour Protection and Welfare (DLPW) Ihrer Provinz oder Ihres Bezirks. Die Einreichung einer Beschwerde ist kostenlos. Ein Arbeitsinspektor wird beide Parteien zu einer Mediation einladen. Im Falle eines Scheiterns wird der Fall an das Labour Court weitergeleitet.

💡 Gut zu wissen

Das DLPW hat Büros in allen thailändischen Provinzen. In Bangkok befindet sich das zentrale Büro in der Mitmaitree Road, Din Daeng. Sie können auch die Hotline 1506 kontaktieren (verfügbar auf Thai, mit möglicher Unterstützung auf Englisch).

4. Reichen Sie eine Klage beim Labour Court ein

Wenn die Mediation scheitert, können Sie direkt das Labour Court anrufen. Das Verfahren ist für Arbeitnehmer vereinfacht: Es ist nicht zwingend erforderlich, einen Anwalt zu haben, die Gerichtskosten sind reduziert. Das Gericht kann die sofortige Zahlung des geschuldeten Gehalts anordnen, mit Verzugszinsen von 15% pro Jahr.

⚠️ Achtung

Die Verjährungsfrist für die Forderung von ausstehenden Gehältern in Thailand beträgt 2 Jahre. Warten Sie nicht zu lange, um zu handeln. Wenn Ihre Arbeitserlaubnis an diesen Arbeitgeber gebunden ist, informieren Sie sich über Ihre Mobilitätsrechte, bevor Sie Ihren Arbeitsplatz verlassen.

5. Kontaktieren Sie Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat

In komplexen Situationen (Arbeitgeber, der verschwindet, Visumblockade, Drohungen) wenden Sie sich an Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat in Thailand. Sie können Sie an empfohlene Anwälte verweisen und in einigen Fällen diplomatisch intervenieren.

✅ Praktischer Tipp

Ousmane, ein kamerunischer Berater in Chiang Mai, hat drei Monate ausstehendes Gehalt in weniger als 45 Tagen dank des lokalen DLPW zurückbekommen – ohne Anwalt und ohne Kosten. Der Schlüssel: eine von Anfang an dokumentierte Akte.

Zusammenfassung der verfügbaren Rechtsmittel

RechtsmittelGeschätzte FristKosten
Mahnung7-14 TageKostenlos
DLPW (Mediation)30-60 TageKostenlos
Labour Court3-6 MonateNiedrig (reduzierte Gebühren)
Lokaler AnwaltVariabel49€ / 55$ (Beratung)

Um mehr über Ihre Rechte als ausländischer Arbeitnehmer in Thailand zu erfahren, lesen Sie unseren umfassenden Leitfaden: Arbeitsrecht in Thailand 2026.

⚠️ Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche Beratung dar. Gesetze und Vorschriften variieren je nach Land und ändern sich regelmäßig. Konsultieren Sie einen qualifizierten Fachmann für Ihre spezifische Situation.

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FAQ

Kann ich in Thailand eine Beschwerde einreichen, wenn ich keine gültige Arbeitserlaubnis habe?
Ja, das Arbeitschutzgesetz schützt alle Arbeitnehmer, die sich in Thailand aufhalten, auch solche ohne gültige Arbeitserlaubnis oder in illegalem Status. Das DLPW ist verpflichtet, Ihre Beschwerde zu prüfen. Ihre administrative Situation kann jedoch die Verfahren komplizieren. Es wird dringend empfohlen, einen lokalen Anwalt zu konsultieren, bevor Sie Schritte unternehmen, um Komplikationen bezüglich Ihres Aufenthaltsstatus zu vermeiden.
Darf mein Arbeitgeber meinen Reisepass in Thailand einbehalten?
Nein, das ist in Thailand illegal. Das Einbehalten des Reisepasses durch einen Arbeitgeber ist eine Straftat, die als Menschenhandel angesehen werden kann. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihren Reisepass einbehält, melden Sie dies umgehend der Polizei (191), dem DLPW oder Ihrer Botschaft oder Ihrem Konsulat. Verlassen Sie Ihren Aufenthaltsort nicht, ohne Ihre Dokumente zu sichern oder konsularische Unterstützung zu erhalten.
Was passiert, wenn mein thailändischer Arbeitgeber Insolvenz anmeldet?
Im Falle einer Insolvenz Ihres Arbeitgebers gelten ausstehende Gehälter als bevorrechtete Forderungen nach thailändischem Recht, was bedeutet, dass sie Vorrang vor den meisten anderen Schulden haben. Reichen Sie schnellstmöglich Ihre Forderung beim zuständigen Gericht ein. Der maximal garantierte Betrag durch den Arbeitnehmerschutzfonds beträgt 60.000 THB. Ein lokaler Anwalt kann Ihnen helfen, Ihre Rückforderung in dieser Situation zu maximieren.
Wie lange habe ich Zeit, um ein ausstehendes Gehalt in Thailand zu fordern?
Die Verjährungsfrist beträgt 2 Jahre ab dem Datum, an dem das Gehalt hätte gezahlt werden sollen. Nach Ablauf dieser Frist wird es sehr schwierig bis unmöglich, rechtliche Schritte einzuleiten. Daher ist es entscheidend, schnell zu handeln, auch wenn Sie zunächst eine gütliche Einigung anstreben möchten. Bewahren Sie alle Beweise mindestens für diesen Zeitraum auf.
Ist ein Anwalt erforderlich, um beim Labour Court in Thailand Klage einzureichen?
Nein, ein Anwalt ist vor dem thailändischen Labour Court nicht erforderlich. Das Verfahren wurde vereinfacht, damit Arbeitnehmer sich selbst vertreten können. Bei komplexen Fällen (hohe Beträge, Arbeitgeber, der bestreitet, strittige Vertragsklauseln) erhöht die Unterstützung eines auf thailändisches Arbeitsrecht spezialisierten Anwalts Ihre Erfolgschancen erheblich. Eine vorherige Beratung von 20 Minuten kann ausreichen, um Ihre Akte zu strukturieren.

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