Ja, seit dem 1. Januar 2024 muss jeder Steuerresident in Thailand seine ausländischen Einkünfte im Jahr ihres Erhalts repatriiert deklarieren. Diese Regel gilt unabhängig von Ihrer Nationalität. Die im folgenden Jahr repatriierten Einkünfte müssen in der Praxis ebenfalls gemäß den Anweisungen des thailändischen Revenue Department deklariert werden.
Die thailändische Steuerreform: Was sich seit 2024 geändert hat
Vor 2024 erlaubte eine informelle Regelung Steuerresidenten, ausländische Einkünfte im Jahr nach ihrem Erhalt ohne Deklaration in Thailand zu repatriieren. Das Revenue Department hat diese Praxis mit der Anweisung Por.161/2566, die am 1. Januar 2024 in Kraft trat, beendet.
Jetzt, wenn Sie als Steuerresident in Thailand gelten (d.h. wenn Sie 180 Tage oder mehr im Kalenderjahr dort verweilen), müssen alle ausländischen Einkünfte, die Sie auf ein thailändisches Bankkonto repatriieren — Gehälter, Dividenden, Mieten, Kapitalgewinne — in Ihrer jährlichen Steuererklärung angegeben werden.
⚠️ Achtung
Diese Regel gilt für alle Personen, die 180 Tage oder mehr in Thailand wohnen, unabhängig von ihrer Nationalität: Franzosen, Belgier, Schweizer, Kanadier, Marokkaner, Senegalese oder andere ausländische Staatsangehörige. Überprüfen Sie Ihren Status als Steuerresident bei einem lokalen Fachmann.
Welche Einkünfte sind betroffen?
Die ausländischen Einkünfte, die in Thailand deklariert werden müssen, umfassen insbesondere:
- Gehälter und Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, die im Ausland erzielt und nach Thailand überwiesen werden
- Dividenden und Zinsen aus ausländischen Konten oder Anlagen
- Mieten und Immobilienerträge, die außerhalb Thailands generiert werden
- Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten (Aktien, Immobilien) im Ausland
- Renten und Pensionen, die aus Ihrem Herkunftsland gezahlt werden
- Einkünfte aus Online-Aktivitäten (Freelance, E-Commerce), die im Ausland erzielt werden
💡 Gut zu wissen
Einkünfte, die außerhalb Thailands generiert und dort gehalten werden, und nicht nach Thailand repatriiert werden, sind grundsätzlich nicht in Thailand steuerpflichtig. Es ist der tatsächliche Transfer nach Thailand, der die Steuerpflicht auslöst.
Steuerabkommen: Sind Sie vor Doppelbesteuerung geschützt?
Thailand hat mit über 60 Ländern Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung unterzeichnet, darunter Frankreich, Belgien, die Schweiz, Kanada, Marokko und Tunesien. Wenn Ihr Herkunftsland ein solches Abkommen mit Thailand hat, können Sie von einer Steueranrechnung oder -befreiung für bereits in Ihrem Land versteuerte Einkünfte profitieren.
Überprüfen Sie, ob Ihr Herkunftsland auf der Liste der mit Thailand vereinbarten Länder des thailändischen Revenue Department (rd.go.th) steht.
✅ Praktischer Tipp
Bewahren Sie alle Nachweise über die Besteuerung in Ihrem Herkunftsland (Steuerbescheide, Steuerbescheinigungen von der DGFiP, dem SPF Finanzen, der AFC, der kanadischen Steuerbehörde oder Ihrer lokalen Verwaltung) auf, um eine Steueranrechnung in Thailand zu rechtfertigen.
Wie erklärt man diese Einkünfte in der Praxis?
Die Steuererklärung in Thailand (Formular PND 90 oder PND 91) muss zwischen Januar und März des folgenden Jahres eingereicht werden (oder im April, wenn die Erklärung online über das Portal des Revenue Department erfolgt). Die wichtigsten Schritte:
- Erhalten oder erneuern Sie Ihre thailändische Steueridentifikationsnummer (TIN) beim Revenue Department
- Versammeln Sie alle Nachweise über die repatriierten ausländischen Einkünfte (Bankauszüge, Überweisungsbestätigungen)
- Wenden Sie die anwendbaren Abzüge und Freibeträge an (persönlich, familiär, lokale Lebensversicherung)
- Reichen Sie das Formular online auf efiling.rd.go.th oder persönlich in einem Büro des Revenue Department ein
Für weitere Informationen über den gesamten steuerlichen Rahmen, der für Ausländer in Thailand gilt, lesen Sie unseren umfassenden Leitfaden: Steuern in Thailand für Expats (2026).
⚠️ Hinweis
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die Gesetze und Vorschriften variieren je nach Land und ändern sich regelmäßig. Konsultieren Sie einen qualifizierten Fachmann für Ihre spezifische Situation.
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