Skip to content
Frage / Antwort

Bezahlt Urlaub in Thailand: Rechte von Ausländern 2026

Manon
Manon SOS-Expat editorial

In Thailand hat jeder ausländische Arbeitnehmer, der unter einem lokalen Vertrag arbeitet, Anspruch auf mindestens 6 Tage bezahlten Urlaub pro Jahr, nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit, gemäß dem Arbeitschutzgesetz. Hinzu kommen mindestens 13 nationale Feiertage pro Kalenderjahr.

Was das thailändische Gesetz über bezahlten Urlaub sagt

Das Arbeitschutzgesetz B.E. 2541 (1998) und seine nachfolgenden Änderungen sind das Referenzgesetz, das die Rechte der Arbeitnehmer in Thailand regelt – unabhängig von ihrer Nationalität. Sobald Sie unter einem lokalen Arbeitsvertrag (nicht im Entsendungsstatus aus Ihrem Herkunftsland) arbeiten, schützt Sie dieses Gesetz in gleichem Maße wie einen thailändischen Arbeitnehmer.

  • Jährlicher bezahlter Urlaub: 6 Tage Mindestanspruch nach 1 Jahr ununterbrochener Betriebszugehörigkeit.
  • Offizielle Feiertage: mindestens 13 Tage pro Jahr, darunter das thailändische Neujahr (Songkran), der Königstag usw.
  • Krankheitsurlaub: bis zu 30 Tage pro Jahr, bezahlt, ohne die Pflicht, ein ärztliches Attest für kurze Abwesenheiten vorzulegen.
  • Mutterschaftsurlaub: insgesamt 98 Tage (davon 45 Tage vom Arbeitgeber bezahlt, der Rest von der thailändischen Sozialversicherung übernommen).
  • Persönlicher Urlaub: mindestens 3 Tage pro Jahr (je nach Unternehmen variabel).

💡 Gut zu wissen

Die Zahl von 6 Tagen ist ein gesetzliches Minimum. Viele thailändische Arbeitgeber und internationale Unternehmen bieten bereits ab dem ersten Jahr 10 bis 15 Tage an. Überprüfen Sie immer Ihren Arbeitsvertrag, der günstigere Bedingungen vorsehen kann.

Voraussetzungen für den Anspruch auf bezahlten Urlaub

Um Anspruch auf Ihren jährlichen bezahlten Urlaub zu haben, gelten mehrere Bedingungen:

  • Sie müssen mindestens 1 Jahr ununterbrochen für denselben Arbeitgeber gearbeitet haben.
  • Unter einem Jahr kann der Arbeitgeber nach eigenem Ermessen anteilige Urlaubstage gewähren – dies ist keine gesetzliche Verpflichtung, sondern eine gängige Praxis.
  • Der Urlaub muss einvernehmlich mit dem Arbeitgeber geplant werden.
  • Nicht genommene Tage können, je nach Vertragsbedingungen, übertragen oder bei Vertragsende entschädigt werden.

⚠️ Achtung

Wenn Sie in Thailand über einen Entsendevertrag aus Ihrem Herkunftsland (Frankreich, Belgien, Schweiz, Kanada, Marokko, Senegal usw.) arbeiten, gelten die Gesetze Ihres Entsendelandes und Ihr ursprünglicher Tarifvertrag – nicht das thailändische Arbeitschutzgesetz. Überprüfen Sie Ihren Vertrag sorgfältig.

Ausländer: die gleichen Rechte wie Einheimische?

Ja, grundsätzlich. Das Arbeitschutzgesetz macht keine Unterscheidung nach Nationalität bezüglich der Urlaubsansprüche. Ein kambodschanischer, französischer, indischer oder kanadischer Arbeitnehmer, der legal in Thailand unter einem lokalen Vertrag arbeitet, hat die gleichen gesetzlichen Rechte wie ein thailändischer Arbeitnehmer.

Dies setzt jedoch voraus, dass Sie über einen gültigen Arbeitsgenehmigung (Work Permit) verfügen. Ohne gültige Arbeitsgenehmigung ist Ihre Beschäftigung illegal und Sie genießen keinen formalen rechtlichen Schutz – auch wenn es in der Praxis Möglichkeiten gibt.

✅ Praktischer Tipp

Bewahren Sie eine unterschriebene Kopie Ihres Arbeitsvertrags und aller Zusatzvereinbarungen auf. Im Falle eines Streits über nicht bezahlten oder abgelehnten Urlaub sind diese Dokumente unerlässlich, um das Arbeitsgericht (thailändisches Arbeitsgericht) oder das Arbeitsministerium (Department of Labour Protection and Welfare) einzuschalten.

Im Falle eines Streits mit Ihrem Arbeitgeber

Wenn Ihr Arbeitgeber sich weigert, Ihnen Ihren gesetzlichen Urlaub zu gewähren oder nicht zu bezahlen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Kontaktieren Sie das Department of Labour Protection and Welfare (DLPW), das in jeder Provinz vertreten ist.
  • Reichen Sie eine Beschwerde beim zuständigen Arbeitsgericht ein.
  • Wenden Sie sich an Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat, um eine Liste empfohlener lokaler Anwälte zu erhalten.

Für weitere Informationen zu Ihren Rechten als Arbeitnehmer in Thailand, lesen Sie unseren umfassenden Artikel: Arbeitsrecht in Thailand 2026.

⚠️ Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche Beratung dar. Die Gesetze und Vorschriften variieren je nach Land und ändern sich regelmäßig. Konsultieren Sie einen qualifizierten Fachmann für Ihre spezifische Situation.

Brauchen Sie vor Ort Hilfe?

Ein Anwalt oder lokaler Experte ist in weniger als 5 Minuten, rund um die Uhr, in 197 Ländern verfügbar.

Einen Experten konsultieren

FAQ

Wie viele Tage bezahlten Urlaub habe ich in Thailand im ersten Jahr Anspruch?
Gesetzlich sieht das Arbeitschutzgesetz 6 Tage bezahlten Urlaub nach 1 Jahr Betriebszugehörigkeit vor. Unter einem Jahr ist der Arbeitgeber nicht gesetzlich verpflichtet, Urlaub zu gewähren, obwohl viele dies anteilig tun. Überprüfen Sie die Bedingungen Ihres individuellen Vertrags, der bereits ab der Einstellung günstigere Bedingungen vorsehen kann.
Sind die thailändischen Feiertage für Ausländer bezahlt?
Ja. Jeder Arbeitnehmer – unabhängig von seiner Nationalität – hat in Thailand Anspruch auf mindestens 13 bezahlte nationale Feiertage pro Jahr. Wenn Sie an einem Feiertag arbeiten müssen, haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung: entweder einen Ausgleichstag oder eine Gehaltssteigerung (in der Regel 300 % des Tageslohns). Diese Verpflichtungen gelten für alle Arbeitnehmer unter einem lokalen Vertrag.
Kann mein Arbeitgeber mir die nicht genommenen Urlaubstage am Ende des Vertrags verweigern?
Nein. Laut Arbeitschutzgesetz müssen nicht genommene jährliche Urlaubstage bei Vertragsbeendigung entschädigt werden, es sei denn, der Vertrag sieht ausdrücklich deren Verfall vor. Wenn Ihr Arbeitgeber sich weigert, Ihnen diese Tage zu zahlen, können Sie eine Beschwerde beim Department of Labour Protection and Welfare (DLPW) einreichen oder das thailändische Arbeitsgericht anrufen. Bewahren Sie alle Nachweise über Ihre geleisteten Arbeitstage und Ihre Urlaubsanträge auf.
Gibt es Unterschiede bei den Urlaubsrechten je nach Art des Visums oder der Arbeitsgenehmigung?
Nein, die Urlaubsansprüche hängen vom lokalen Arbeitsvertrag ab, nicht von der Art des Visums. Egal, ob Sie ein B-Visum (Business), eine Standardarbeitsgenehmigung oder ein Smart Visa haben, entscheidend ist Ihr lokaler Vertrag. Wenn Sie jedoch aus Ihrem Herkunftsland (Frankreich, Belgien, Kanada, Marokko usw.) mit einem dortigen Vertrag entsendet werden, gilt in der Regel nicht das thailändische Recht – überprüfen Sie Ihre vertragliche Situation.
Gibt es Unterschiede bei den Urlaubsrechten je nach Unternehmensgröße in Thailand?
Das Arbeitschutzgesetz gilt allgemein, aber einige Bestimmungen variieren leicht. Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern können in einigen administrativen Punkten von leicht gelockerten Regeln profitieren, aber das Minimum von 6 Tagen bezahltem Jahresurlaub bleibt für alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, verpflichtend, sobald sie Arbeitnehmer unter einem lokalen Vertrag beschäftigen. In der Praxis bieten große Unternehmen und multinationale Konzerne oft über das gesetzliche Minimum hinausgehende Vorteile.

Verwandte Fragen

Ihre Situation ist anders?

Fragen Sie einen Experten in unter 5 Minuten.

Experten finden

Keine Ergebnisse