In Thailand hat jeder Arbeitnehmer — einschließlich Expatriates — Anspruch auf mindestens 6 Arbeitstage bezahlten Urlaub pro Jahr, nachdem er ein Jahr ununterbrochene Dienstzeit beim selben Arbeitgeber absolviert hat. Dieses Recht ist im Arbeitschutzgesetz (Labour Protection Act, LPA) verankert. Ein Vertrag oder ein Tarifvertrag kann günstigere Bedingungen vorsehen.
Was das thailändische Gesetz über bezahlten Urlaub sagt
Das Arbeitschutzgesetz B.E. 2541 (1998) und seine nachfolgenden Änderungen bilden die Grundlage des Arbeitsrechts in Thailand. Es gilt für alle Arbeitnehmer, die auf thailändischem Territorium arbeiten, unabhängig von ihrer Nationalität. In Bezug auf bezahlten Urlaub legt das Gesetz folgende Regeln fest:
- Mindestens 6 Arbeitstage bezahlten Jahresurlaub, erworben nach 12 Monaten ununterbrochener Arbeit.
- Der Urlaub kann proportional berechnet werden, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich vor Ende des ersten Jahres darauf einigen.
- Der Arbeitgeber kann die Daten festlegen, wobei er die Bedürfnisse des Unternehmens berücksichtigen muss, ist jedoch verpflichtet, den Mitarbeiter zu konsultieren.
- Nicht genommene Urlaubstage können übertragen oder finanziell ausgeglichen werden, wenn dies im Vertrag vorgesehen ist.
💡 Gut zu wissen
Die Anzahl von 6 Tagen ist ein striktes gesetzliches Minimum. Die meisten internationalen Unternehmen in Thailand — insbesondere solche, die Expatriates beschäftigen — bieten zwischen 10 und 15 Tagen bezahlten Urlaub pro Jahr, entsprechend den Standards ihres Herkunftslandes oder ihrer internen Unternehmenspolitik.
Offizielle Feiertage in Thailand
Zusätzlich zu den jährlichen bezahlten Urlaubstagen haben Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 13 Feiertage pro Jahr, darunter den thailändischen Neujahrstag (Songkran) und den Königstag. Der Arbeitgeber wählt diese Tage aus der offiziellen Liste aus, die jedes Jahr von der Regierung veröffentlicht wird. Der Arbeitnehmer muss im Voraus informiert werden.
Wenn ein Arbeitnehmer an einem Feiertag arbeiten muss, hat er Anspruch auf eine Gehaltssteigerung (in der Regel 300 % des Tageslohns für nicht-leitende Positionen).
Besondere Fälle für Expatriates
Expatriates mit einem thailändischen Lokalvertrag unterliegen vollständig dem LPA. Diejenigen, die von ihrem Herkunftsunternehmen entsandt werden (zum Beispiel aus Frankreich, Belgien, Kanada oder Marokko), können von zusätzlichen Bedingungen profitieren, die in ihrem Expatriate-Vertrag festgelegt sind, wie zum Beispiel:
- „Heimaturlaub“ (home leave) von ein bis zwei Wochen pro Jahr.
- Eine Angleichung an die Feiertage des Herkunftslandes für multinationale Tochtergesellschaften.
- Zusätzlicher Urlaub, der bei der Übernahme der Stelle verhandelt wurde.
⚠️ Achtung
In Thailand sind bezahlte Urlaubstage von Krankheitstagen zu unterscheiden. Das Gesetz sieht separat bis zu 30 Tage bezahlten Krankheitsurlaub pro Jahr vor (bei Vorlage eines ärztlichen Attests ab 3 aufeinanderfolgenden Tagen). Verwechseln Sie diese beiden Rechte nicht bei der Durchsicht Ihres Vertrags.
Was tun bei Streitigkeiten über Ihren Urlaub?
Wenn Ihr Arbeitgeber sich weigert, Ihnen Ihren gesetzlichen Urlaub zu gewähren oder Sie an Feiertagen nicht korrekt zu bezahlen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Den Department of Labour Protection and Welfare (DLPW), die zuständige Regierungsbehörde, einschalten.
- Kontaktieren Sie Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat, um eine Liste von Anwälten zu erhalten, die auf thailändisches Arbeitsrecht spezialisiert sind.
- Konsultieren Sie einen lokalen Partneranwalt, um Ihre Rechte schnell zu bewerten.
Für weitere Informationen über den gesamten anwendbaren rechtlichen Rahmen lesen Sie unseren umfassenden Leitfaden: Arbeitsrecht in Thailand 2026.
⚠️ Hinweis
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine rechtliche Beratung dar. Gesetze und Vorschriften variieren je nach Land und ändern sich regelmäßig. Konsultieren Sie einen qualifizierten Fachmann für Ihre spezifische Situation.
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